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Herstellung von Kohle aus Ernteabfällen in Pakistan In ländlichen Gebieten Pakistans werden Kochstellen oft mit Holz oder getrocknetem Kuhdung betrieben. Diese Kochfeuer entwickeln eine erhebliche Menge Rauch, der vor allem in schlecht belüfteten Räumen ein Gesundheitsrisiko darstellt. Lungeninfektionen stellt eine der häufigsten post-natale Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren dar (1). Kochen mit Holz trägt erheblich zur schon weit forangeschrittenen allgemeinen Holzrodung bei. Andere Brennstoffe wie z.B. Gas sind für die arme ländliche Bevölkerung oft nicht bezahlbar. Ein vom MIT erfolgreich in Haiti erprobtes Verfahren zur Herstellung von Kohle aus Ernteabfällen könnte hier zur Lösung des Problems beitragen. Dabei werden bislang ungenutzte, getrocknete Pflanzenteile durch ein einfaches Verfahren karbonisiert und zu Briketts verarbeitet. Der Brennwert dieser Kohlebriketts entspricht dem von Holzkohle. Trotzdem produzieren sie um einiges weniger Rauch als die konventionell genutzten Brennstoffe. Da die Kohlebriketts aus einer nachwachsenden Ressource bestehen sind sie in ihrer ökologischen Bilanz CO2-neutral. Für die Karbonisierung wird eine einfache Stahltonne benötigt, die durch kleinere Modifikationen zu einem Kohlemeiler umgestaltet wird. Die damit produzierten Briketts sind einfach zu lagern und zu transportieren und können ohne Anpassung der Kochstellen verwendet werden. Wegen den geringen Einstiegsinvestitionen und der guten Skalierbarkeit kämen für dieses Microbusiness vor allem ärmere Bauern in Frage. Als zusätzliche Einkommensquelle kann die Kohle mit den anderen Ernteerträgen in der Stadt verkauft werden. Unser Engagement In einem ersten Schritt geht es darum, den Karbonisierungsprozess vor Ort zu testen und an die lokalen Umstände anzupassen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wird über Umfang und Details des weiteren Projektablaufs entschieden. Um den Herstellungsprozess bekannt zu machen, werden Bauern und andere interessierte Personen zu Vorführungen eingeladen, bei denen der Prozess durchgeführt und erläutert wird. Daraufhin wird mit den Kohlebriketts gekocht und dann gemeinsam gegessen. Bei der Durchführung dieses Projektes arbeiten wir mit der Hilfsorganisation LivingEducation zusammen. Gemeinsam möchten wir · eine zusätzliche Einkommensquelle für Bauern schaffen · präventiv gegen Lungenkrankheiten wirken, vor allem bei Kindern und Frauen und · die Holzrodung reduzieren Der Karbonisierungsprozess Seit einigen Jahren wird in Pakistan verstärkt Mais angebaut (2). Was von den Kolben übrig bleibt, wenn die Maiskörner entfernt sind, wird bislang nicht weiter genutzt. Wegen ihrer Form und inneren Struktur eignen sich diese Kolben sehr gut für die Kohleherstellung. Zur Karbonisierung von getrockneten Maiskolbenresten wird ein Meiler benötigt. Dieser wird aus einer einfachen Stahltonne hergestellt, indem die Abdeckung entfernt und durch einen Deckel ersetzt wird. Kleinere Löcher im Boden ermöglichen die Luftzufuhr die zum Hochheizen der Tonne benötigt wird. Der Meiler wird bis oben mit Ernteabfällen gefüllt und in Brand gesetzt. Ist die nötige Temperatur zum Karbonisieren erreicht wird der Meiler versiegelt. So verkohlt das Material in der Tonne anstatt zu verbrennen. Nach Abschluss der Karbonisierung verbleiben in der Tonne neben etwas Asche gebrauchsfertige Kohlestücke. Grundsätzlich können die
verschiedensten fasrigen Ernteabfälle (z.B. Zuckerrohrblätter oder
Erdnussschalen) verarbeitet werden. Diese verkohlen allerdings nicht zu
Briketts sondern zu Kohlefragmenten. Diese müssen noch mit Stärke angemischt
und zu Briketts gepresst werden.
Die Technologie für die Karbonisierung von Ernteabfällen wurde ursprünglich von Dr. Amy Smith am MIT in Harvard entwickelt, um der einkommensschwachen Bevölkerung in Haiti Zugang zu einem gesundheitlich sicheren, bezahlbaren und umweltschonenden Brennstoff zu ermöglichen. Bitte schauen Sie auch auf der Projektseite des D-Lab vorbei. (1) WHO - Mortality Country Fact Sheet: Pakistan http://www.who.int/whosis/mort/profiles/mort_emro_pak_pakistan.pdf
(2)
Pakistan’s Crop Sector: An Economic Evaluation
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